Mathebox

Hier will ich euch einmal zeigen, was man so alles für ein Staatsexamen in Mathematik zu lernen hat. Die Vorgehensweise unterscheidet sich grundlegend von der für ein Staatsexamen in Deutsch. Während man in Deutsch eine wahnsinnige Vorarbeit leisten muss was das Recherchieren zu einzelnen Themengebieten betrifft, sich daheim tonnenweise Bücher aus der Bibliothek stapeln und die Kopierkosten ins Unendliche steigen, hat man in Mathematik einen von Anfang an festgesteckten Rahmen – zumindest scheint es so ;)

– Deutsch liest man und versteht es teilweise sogar sofort oder geht es nochmal genauer durch und fasst dann die Dinge auf das Wesentliche zusammen.

– Mathe liest man und versteht es erst mal nicht und versucht nun jede Zeile bzw. jedes Zeichen aufzuschlüssen, um dahinter zu kommen was uns der Autor damit sagen will.

Kurzum: In Deutsch – zumindest geht es mir so – versuche ich aus den unzähligen Aufsätzen die Quintessenzen herauszufiltern, während ich in Mathe zu den vielen Kurzschreibweisen teilweise ganze Aufsätze verfasse.

Im Endeffekt fällt mir Mathematik somit deutlich schwerer zu lernen, weil man den Stapel sieht und denkt, dass das ja nicht so viel ist. In Deutsch hingegen weiß man erst gar nicht wo anfangen und wo aufhören und hat schon von Anfang an die nötige Panik, um sich möglichst schnell durch die vielen Bücher zu wälzen. Natürlich ist es illusorisch zu glauben, die Mathematikdozenten könnten ihre Vorlesungen bis ins Detail ausführen – würden sie dies machen, hätte man am Ende kaum Stoff zu lernen, denn würde man jeden Beweis ganz ausführlich aufschreiben, dann würde man im ganzen Semester vermutlich nur durch 1/4 des gesamten Stoffes  kommen. Und teilweise ist es doch tatsächlich sowieso so: Desto mehr man sich damit befasst, desto eher sind einem die Sachen auch klar, die oft so einfach als “klar” tituliert werden, obwohl sie das anfangs natürlich überhaupt nicht sind.
Die Stoffmenge in Mathematik und Deutsch ist also im Prinzip genauso groß, nur, dass man es in Deutsch vielleicht eher sieht. Der Stoff in Deutsch umfasst ungefähr 6 volle DinA4 Ringbuchordner. Von denen muss man natürlich nicht alles genau lesen, aber wenigstens alles einmal gelesen haben – sonst weiß man ja schließlich nicht, ob es einem etwas für die Prüfung nützt oder nicht. Zu den 6 Ordnern kommen natürlich noch die ganzen Primärwerke, also die Bücher über die dann etwas in den 6 Ordnern steht und der Stoff für die schriftliche Prüfung ist natürlich auch noch nicht mit eingerechnet. Eine schriftliche Prüfung gibt es in Mathematik zum Glück aber nicht auch noch – wobei ich in schriflichen Prüfungen meist besser bin, als in mündlichen.

Aber nun wieder zu Mathe:
Ich habe die gesamten Vorlesungen, die ich zu lernen habe, auf Karteikarten abgeschrieben – so komme ich nicht in Versuchung, auf die einzelnen Beweise der Sätze zu spickeln ;) Ich habe euch meine Mathebox einmal abgefilmt – ein erster Versuch auf diesem Blog ein Video einzubinden.

Also, hier geht’s los:

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Ich hoffe, euch hat’s gefallen und ihr konntet die Ironie am Ende heraushören ;) Auch diese Box ist wieder einmal der Beweis dafür, dass der Schein manchmal trügt. In diesem Fall steckt tatsächlich mehr Sein als Schein dahinter.

Ein Kommentar

  1. Markus sagt:

    Klasse – jetzt funktionieren sogar Videos in Deinem Blog :)

    Jaja, die Mathebox. Ich kann mitfühlen, denn ich weiß, dass das viel zum Lernen ist. Ich weiß aber auch, dass Du es schaffen wirst, Dich durch die Box durchzulernen und dann ein erfolgreiches Staatsexamen ablegen wirst ;)

    Dann weiter erfolgreiches Lernen – mit jedem Kärtchen kommst du dem Ziel näher!

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