Burg Hohenzollern

Es war ein recht spontaner Trip, der uns nach Hechingen zur Burg Hohenzollern, dem Stammsitz des alten Preußengeschlechts der Hohenzoller, fahren ließ. Zu Fuß haben wir den Aufstieg gewagt und bemerkt, dass der von den Autoparkplätzen aus fahrende Shuttlebus eine recht sinnvolle Institution ist, denn der Weg hinauf zur Burg ist recht steil und bestimmt nicht für jeden so ohne weiteres machbar. Oben angekommen, sieht man schnell den Burgcharakter – viel Mauern, viele Burggraben und der bewohnte Teil ist überschaubar.

Die Innenräume konnte man, entlang gleitend auf Filzpantoffeln, selbst erkunden, ohne eine Führung – „königliches Flanieren“ wird das dort genannt. Gegen Sonnenuntergang schließt die Burg Hohenzollern langsam ihre Tore. Uns blieb aber noch genug Zeit, einmal komplett die Burgmauer entlang zu laufen. So konnte man im Osten den Mond auf- und im Westen die Sonne untergehen sehen.

Für Aufgänge bin ich ja immer zu haben. Nicht nur, wenn es darum geht, den Weg zur Burg selbst hoch zu laufen. Einem angeblich so romantischen Sonnenuntergang ziehe ich schon immer einen wachen gemeinsamen Sonnenaufgang vor – da hat man nämlich noch den ganzen Tag zusammen vor sich. Die Nacht mag ich auch, aber hier schaue ich mir nun mal lieber den Mond an, wie dieser aufgeht. Die Burg Hohenzollern hat in jedem Fall viele Aufgänge unterschiedlichster Art zu bieten.

Max-Eyth-See und Indian Summer

Der Begriff Indian Summer wird zwar meistens in Zusammenhang mit Neuengland verwendet, dennoch konnte man in Stuttgart am Wochenende dieses Phänomen auch erleben. Wir waren natürlich mit unseren Freunden, die das Wochenende über da waren, am Max-Eyth-See und er hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Der Weinwanderweg über die Weinberge hat in den bezauberndsten Farben geleuchtet und es war fast windstill, sodass die Spiegelungen auf dem See ganz klar waren. Warme Luft, Sonnenschein, Wasser und Freunde – perfekt.

Parkhotel 1970

Wir haben eine kleine Zeitreise in die 70er Jahre gemacht und waren über das verlängerte Wochenende vor zwei Wochen im Parkhotel 1970 in Vielbrunn im Odenwald. Nie hätten wir gedacht, dass wir von diesem Besuch so begeistert zurückkehren würden. Mit ein paar Nächten in irgendeinem anderen Hotel lässt sich das nicht vergleichen.

Das Hotel wird über Generationen von der selben Familie geführt und erlebt nun nach ein paar Jahre im Dornröschenschlaf dank Enkelin, Tochter und Frau des Gründers ein Revival. Um unseren Aufenthalt hat sich die Tochter des Gründers gekümmert und zwar so aufmerksam und fürsorglich, dass wir am Ende mehr das Gefühl hatten, bei Freunden zu Besuch gewesen zu sein als in einem Hotel übernachtet zu haben.

Die Familiengeschichte der Deitrichs ist wirklich spannend und man ist beeindruckt, wie viel bereits in den 70er Jahren erreicht werden konnte – Hotel, Schwimmbad, Parkanlage, Autos, Golfplatz usw. Wichtig ist auch, dass man der Familie alles von Herzen gönnt, was sie erreicht hat, weil man sehen kann, wie viel Gedanken und wie viel Arbeit sie in alles steckt. Nicht nur das Frühstück im Hotel ist eine Wucht (frischer Früchtebecher jeden Morgen!), ein weiteres Highlight war für uns auch die Frau des Gründers. Dass sie bereits über 80 ist, sieht man ihr nicht an. Schick und gestylt wie eh und je hat sie uns am Ende unseres Aufenthaltes noch die letzten verborgenen Geheimnisse gezeigt, die uns tief beeindruckt haben. Wir kommen auf jeden Fall gerne wieder!