Husum, Theodor Storm und die Tote Tante

Wenn man in Büsum stationiert ist und nach Husum einen Ausflug plant, können bei den Planungen schon allerlei lustige Wortkreationen entstehen. Noch lustiger wird das ganze dann nach einer Toten Tante.

Das Theodor-Storm-Haus ist eine Besichtigung wert! Nicht nur, dass man in vielen interessanten Büchern stöbern kann, man ist auch beeindruckt von der doch recht beachtlichen Größe des Hauses und der detailverliebten Einrichtung.

Das Haus von Theodor Storm - Autor der Novelle "Der Schimmelreiter".

Wenn man dann so den alten Büchern stöbert, so findet man wahr Schätze wie beispielsweise das kleine rote Büchlein „Lebensfreude. Wollen und Wirken. Unser Leben“ – eine Zitatsammlung, die es heute nur noch antiquarisch zu kaufen gibt. Hier zwei Zitate daraus:

 

Storm selbst war eigentlich Anwalt, der eine Leidenschaft für Literatur hatte und selbst einige Bücher schrieb. Das wohl bekannteste Werk "Der Schimmelreiter" wird auch heute noch in Schulen gelesen.

 

Die Idee für die Geschichte über den Schimmelreiter kam durch eine Sage, die er in seiner Jugendzeit gelesen hatte. Sie handelt von einem Deichgrafen und spielt somit in seiner heimischen Umgebung – er selbst hat sich auch für den Deichbau interessiert. Storm schrieb die Novelle kurz bevor er starb zu Ende – sie ist also sein spätestes Werk, dessen Idee jedoch aus seiner Jugend stammt.

Die Häuser der Straße, in der sich das Theodor-Storm-Haus befindet, haben nette Fassaden, die gut als Fotokulisse dienen können. Vermutlich sind sie deshalb so liebevoll gestaltet, weil schon erwartet wird, dass dort mehrere Touristen entlang laufen, um zu Theodor Storm zu gelangen.

Häuserfassaden in der Straße des Theodor-Storm-Hauses.

Die Tote Tante und die Friesentorte. Eine Tote Tante ist nichts anderes als heiße Schokolade mit Rum. Wenn es die Wirtin mit dem Rum allerdings etwas zu gut meint, wird der Tag ganz schön lustig.

Westerheversand

Bei der Wanderung auf wasserfeste Schuhe achten!

 Der Leuchtturm Westerheversand ist vor allem durch die Bierwerbung von „Jever“ berühmt geworden. Wir wollten einfach mal einen Leuchtturm aus der Nähe sehen und ein bisschen durch die Nordsee laufen.

Man läuft etwa 45 Minuten vom Parkplatz zum Leuchtturm und ich rate jedem die Strecke, die man für gewöhnlich zum Leuchtturm läuft auch wieder zurück zu laufen. Wir – Abenteurer, die wir sind – mussten natürlich einen anderen Weg einschlagen (unbefestigt und überschwommen) und waren froh, dass wir wassertaugliche Schuhe anhatten, da man doch etwas durch den Sumpf läuft.

Am besten sind Schuhe, mit denen man auch ins Meer kann. Flip Flops sind nicht so günstig, da sie bei der Abenteurerwanderung den Matsch hochschleudern. Schuh-Tipp: Ipanema von Gisele Bündchen.

 

Der Leuchtturm sieht gar nicht so weit entfernt aus - man läuft allerdings auch nicht direkt darauf zu, sondern macht eine größere Kurve.

 

Hier sieht man den Weg, der zum Meer und zum links gelegenen Leuchtturm führt.

Der Leuchtturm Westerheversand.

Büsum

Büsum ist ein kleines, nettes, ruhiges Dörfchen direkt an der Nordsee. Meistens – so sah es aus- verbringen hier Familien mit ihren kleineren Kindern erholsame Urlaube.

Morgens beim Brötchenholen (7:30 Uhr) ist in Büsum noch nicht viel los. Immerhin hat schon ein Bäcker geöffnet.

Man kann mit dem Schiff von dort aus nach Helgoland, oder eine Wattführung machen, oder in die dortige Therme gehen oder, wenn man im Hause Steiner eine Ferienwohnung mietet, abends nach einem langen Tag sogar noch in die hauseigene Sauna oder das Dampfbad gehen. Das Stranddomicil Steiner ist nicht nur wegen seiner zentralen Lage empfehlenswert, sondern auch wegen der Ausstattungen der Wohnungen. Wir hatten eine 65m2-Wohnung mit zwei Schlafzimmern, Flatscreen, Balkon, Spülmaschine, großem Bad, Begrüßungswein und hätten mit dem vorhandenen Geschirr eine große Party feiern können – alles nötige war mehrfach vorhanden. Da Sauna, Dampfbad und Solarium im Mietpreis inbegriffen waren, haben wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Für vier Nächte hat jede von uns dreien etwa 150 € gezahlt.

Ferienwohnungen im Stranddomizil Steiner mit direktem Blick auf den Deich. Zu Fuß braucht man zur Innenstadt etwa 1 Min! Es ist also sehr zentral gelegen und dennoch - nach Hamburg vor allen Dingen - erholsam ruhig.

Der Leiter unserer Wattführung hat ganz besonders betont, dass es sich hierbei um eine Führung und nicht um eine Wattwanderung handelt. Er war mit Forke und Gummistiefeln bewaffnet und hat uns in seiner trockenen lustigen Art einiges über das Watt erzählt. So haben wir dann auch gelernt, dass man nicht sagen kann: „Das Wasser ist gerade weg, d.h. es ist Ebbe.“ Sondern, dass genauso gut Flut sein kann. Kurz: Ebbe und Flut sind keine Zustände, sondern Vorgänge und bei beiden kann das Wasser weg oder da sein – zur richtigen Einordnung hilft nur der Gezeitenkalender.

Wir waren übrigens alle Barfuß unterwegs, was auch gut war, da das Watt zur heißen Mittagssonne erfrischend kühl ist.

Der mit der Forke aus dem Watt ausgegrabene Wattwurm, der gerade wieder versucht sich einzugraben.

Wattwürmer haben feine Lamellen an ihrem Körper - das sind ihre Kiemen. Ein Wattwurm ist also - biologisch etwas unkorrekt - ein halber Fisch ;)

Unseren letzten Tag in Büsum haben wir bei einem Hugo im Hafenrestaurant ausklingen lassen und die Stadt hat sogar – natürlich uns zu Ehren – ein Feuerwerk  vor der wunderschönen Hafenkulisse veranstaltet.

Büsum ist wirklich ein nettes verträumtes Städtchen. Kleidungstechnisch haben wir uns aber am Anfang gleich mal eine Softshell-Jacke geleistet, da dort schon ein guter Wind herrscht.