Schulrecht II

Wusstet ihr…?

…, dass man einem Schüler, der im Notenschnitt eine 2,7 hat, auch eine 2 geben kann?

Ja, das kann man. Der Lehrer hat eine pädagogische Verantwortung gegenüber dem Schüler. Das bedeutet, dass der Lehrer seine Schüler in eigener Verantwortung unterrichten, erziehen und auch beurteilen darf. Ein Schüler ist nicht nur eine Note und schon gar nicht sind Arbeiten, die vielleicht unter größten persönlichen Schwierigkeiten geschrieben worden sind, repräsentativ für die wirkliche Leistung eines Schülers. Mit dieser Verantwortung des Lehrers den Schüler angemessen zu unterrichten und zu beurteilen, geht eine gewissen Freiheit einher – muss einhergehen. Ist er also der Meinung, dass der Schüler zwar einen Schnitt von 2,7 hat, aber eigentlich eine 2 verdient hätte, kann er ihm die 2 geben. Man wird jedoch vermutlich versuchen, dem Schüler vielleicht die Chance zu geben durch einen gewissen Mehraufwand auch rein rechnerisch auf die 2 zu kommen, wenn man der Meinung ist, er hätte eher die 2 verdient.

Anders herum geht es übrigens nicht. Die pädagogische Verantwortung soll nie zum Schaden des Schülers sein. Es kann also nicht sein, dass jemand mit einer 2,3 eine 3 bekommt!

Interessant werden diese Noten sowieso erst, wenn es um die Versetzung geht. Man weiß dann, dass man jemandem mit einer 4,7 auch die 4 geben kann, aber man kann natürlich niemanden mit einer 4,3 in die Gefahr des Durchfallens kommen lassen, indem man ihm eine 5 gibt.

Bei der Grundschulempfehlung ist das übrigens etwas anderes – noch.

Hier zählt nicht allein der Schnitt, damit man beispielsweise auf ein Gymnasium kommt (Schnitt sollte unter 2,5 liegen), sondern zusätzlich müssen die Lehrer auch noch der Meinung sein, dass das Kind es auch schaffen kann auf dem Gymnasium zu bleiben. Meiner Meinung nach ist das ungerecht. Wenn jemand doch rechnerisch die Note hat, dann sollte er auch aufs Gymnasium dürfen! Woher will bitte ein Lehrer wissen, zu was ein Kind fähig ist? Ich kann da nur mich selbst als Beispiel nennen: Ich hatte Phasen, in denen ich sehr unmotiviert war, daher auch schlechte Noten hatte und wirkliche Höchstphasen. Die waren zwar mit einer riesigen Anstrengung verbunden, aber es gab sie. Schaue ich heute zurück, glaube ich manchmal selbst nicht, was alles geklappt hat und was alles möglich war. Also woher will das ein Lehrer im Voraus wissen? Hellsehen? Er kann ja nur den aktuellen Stand beurteilen und der lässt sich – aus eigener Erfahrung – jederzeit, wenn auch nicht unbedingt einfach, ändern.

Bald soll es ja sowieso keine Grundschulempfehlung mehr geben. Was ich aber auch nicht ideal finde, denn dann verlagert sich das Auswahlverfahren doch nur in die 5. und 6. Klassen des Gymnasiums, oder?

Schulrecht

Ein paar interessante Sachen zum Schulrecht:

Auch Hauptschüler können – entgegen der häufig vertretenen Meinung – beispielsweise Ärzte werden. Der Weg dahin ist nur sehr sehr lang und mit vielen Prüfungen verbunden, die man auf dem direkten Weg über das allgeminbildende Gymasium nicht so extrem hat.

Aber naja. Es geht. Und der Weg geht so:
Man macht seinen Hauptschulabschluss. Bekommt man daraufhin eine Lehrstelle, besucht man nebenher die Beruffschule und kann dann (in BW mit dem 9+3-Verfahren) mit einem Schnitt von 2,5, der sich aus den Noten der Lehre, Beruffschule und dem Hauptschulabschluss zusammenrechnet, die Fachschulreife, also die mittlere Reife erhalten.
Ist der Hauptschulabschluss nicht so gut, oder erhält man keine Lehrstelle gibt es noch die Möglichkeit ein BVJ, also ein Berufsvorbereitungsjahr, zu machen. Damit kann man entweder den Hauptschulabschluss verbessern, oder, wenn man auf der Sonderschule war, noch einen erhalten.
Nach diesem BVJ endet übrigens die Schulpflicht.
Will man aber weiter machen und bekommt aber immer noch keine Lehrstelle, kann man in einer zweijährigen Berufsfachschule, die logischerweise nicht Lehrstellen-begleitend im Dualen-System abläuft, sondern in der man die zwei Jahre durchgehend sein muss, auch zur mittleren Reife gelangen.
Hat man übrigens schon mit der Werkrealschule, was nichts anderes ist als eine zweizügige Hauptschule, gestartet, kann man hier noch ein 6. Jahr anhängen und somit seinen Realschulabschluss erhalten.

Hat man also den Realschulabschluss: Dann kann man, wenn man eine Lehre gemacht hat oder noch eine macht daran anschließend ein einjähriges Berufskolleg besuchen und die Fachhochschulreife erlangen. Das selbe geht auch ohne Lehre aber mit zweijährigem Berufskolleg (I+II).
Wir wissen aber: Die Fachhochschulreife ist keine allgemeine und auch keine fachgebundene Hochschulreife, sondern die Reife, eine Hochschule besuchen zu dürfen. An die Uni kann man damit nicht.
Aber da wollen wir ja hin. Also:
Um mit einem Realschulabschluss die allgemeine Hochschulreife zu erlangen (angenommen man wollte Arzt werden, dann kann man das noch nicht mit der fachgebundenen Hochschulreife), muss man auf ein Gymnasium. Es bleiben aber hier vorerst nur die fachgebundenen Gymnasien – also TG, WG, EG usw.
Hier kann man dann die fachgebundene Hochschulreife erlangen. Durch eine Zusatzprüfung am Ende bzw. das Erlernen einer weiteren Fremdsprache kann man aber auch hier die allgemein Hochschulreife erwerben und somit an JEDE Universität gehen.

Tja, so was lernt man in Schulrecht. Aber ganz ehrlich: Einfach ist das nicht. Und ganz sicher bin ich mir auch nicht, ob ich das alles richtig verstanden habe. Vielleicht kann ja jemand ergänzen?

Fertig!

 Ich habe mein Studium erfolgreich abgeschlossen!!!!!

Und darf mich jetzt Germanistin und Mathematikerin nennen.

Die Zeit bis zu meinem Abschluss kam mir unendlich lange vor, obwohl ich eigentlich gar nicht so lange gebraucht habe. Ich konnte es einfach nicht erwarten endlich fertig zu werden und all das zu verwirklichen, wozu ich während des Studiums keine Zeit hatte. Damit meine ich nicht, shoppen gehen oder reisen, sondern einfach meine ganzen Ideen und Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ich habe schon von vielen gehört, dass sie nach ihrem Studium nicht so recht wussten, was sie jetzt mit der freien Zeit bis zum Job oder zum Referendariat anfangen sollen – dazu gehöre ich definitiv nicht!

Vielen fehlt auch das Glücksgefühl am Ende, als man dann alles bestanden hat – das liegt aber vielleicht einfach daran, dass ihnen ihr Studium nicht so schwer gefallen ist, wie mir meines. Ich denke, wenn man in der Verwandtschaft schon Menschen hat, die ein abgeschlossenes Universitätsstudium hinter sich haben, oder sogar einen Dr. oder Prof. in der Familie hat, dass man dann im Studium weniger Schwierigkeiten hat. Ich will es einfach einmal salopp sagen: Man weiß schon wie der Hase läuft. Ich will hier aber einmal nur für mich sprechen: Ich bin die erste in meiner Familie, die ein allgemeinbildendes Abitur hat, ich bin die erste, die an einer Universtiät studiert hat und mit den zwei klassischen Haupfächern Mathematik und Germanistik habe ich mir auch nicht gerade einfache Fächer herausgesucht. Die Fächer an sich waren ja schon nicht einfach, aber die Fächerkombination in Stuttgart zu studieren, war sogar noch schwerer: tausende Überschneidungen und für kein Fach hatte man richtig Zeit und man will ja auch nicht 20 Semester studieren! Ich kann von mir ohne Übertreibung sagen, dass ich in meiner Familie Pionierarbeit geleistet habe :)

Meine letzte Prüfung war an dem ersten Tag, an dem es so richtig geschneit hat. Alles war weiß und sah schön aus und es wurde zum schönsten Tag überhaupt, als ich die Prüfung auch noch mit einer tollen Note bestanden hatte! Germanistik lief ja schon sehr gut, da hatte ich aber auch mehr Zutrauen. Und sogar die Noten in Germanistik übertrafen meine kühnsten Erwartungen. Dass ich jedoch Mathematik schlussendlich auch so toll abschließen würde, habe ich nicht so recht glauben können. Ich bin schon in Deutsch an meine  körperlichen und geistigen Grenzen gegangen und in Mathe natürlich auch, nur, dass es mir da noch viel schwerer fiel. Diese Grenzen haben sich jetzt enorm nach hinten verschoben. So viel Wissen und Motivation hatte ich noch nie ;)  Ich will hier nicht näher ins Detail gehen wie das alles so toll geklappt hat. Falls es euch näher interessiert, könnt ihr mich ja fragen. Eines ist aber sicher: Welche vielen wundersamen, seltsamen und überraschenden Ereignisse abgelaufen sind, damit schlussendlich ein solch unglaublich überragendes Ergebnis möglich war, will ich euch nur persönlich erzählen – nicht am Telefon und schon gar nicht per Mail. Diejenigen, die sozusagen live dabei waren und mich vor allem während des – für mich schwierigeren – halben Jahres Mathelernen unterstützt haben, wissen die ganzen Ereignisse eh schon. Es sind einfach so viele komplexe Zusammenhänge und Ereignisse gewesen, dass ich sie hier auch schon deshalb nicht aufschreiben will, da es zu lange dauern würde – ich habe jetzt Besseres vor ;) Vielleicht schreibe ich ja ein Buch darüber – spannend wäre es auf jeden Fall :)

Auch dieser Blog wird einige Veränderungen erfahren, da im Januar mein Referendariat an einem Gymnasium beginnt und manche Artikel einfach nicht mehr angemessen sind. Andere hingegen sind noch gar nicht geschrieben. Das wird sich aber in nächster Zeit ändern. Es muss jetzt erst mal vieles organisiert werden, denn ich habe insgesamt über ein Jahr auf beide Fächer gelernt und meine Wissenschaftliche Arbeit geschrieben, sodass einiges liegen geblieben ist.

Falls ihr wissen wollt, wie ich mich gerade fühle: Schaut den Film “Das Streben nach Glück” an. Ganz am Ende, als Will Smith aus dem Gebäude geht und sich in einem Zustand absoluter Glückseligkeit befindet: GENAU SO!