{"id":3360,"date":"2013-11-18T13:36:14","date_gmt":"2013-11-18T12:36:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cordulamaier.de\/?p=3360"},"modified":"2015-10-11T21:18:52","modified_gmt":"2015-10-11T19:18:52","slug":"hme-lesung-kunsthalle-wurth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cordulamaier.de\/?p=3360","title":{"rendered":"HME &#8211; Lesung Kunsthalle W\u00fcrth"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/wpid-IMAG3391_201311181333312131.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/wpid-IMAG3391_20131118133331213.jpg\" alt=\"image\" width=\"300\" height=\"220\" \/><\/a>Heute startet wieder die <a href=\"http:\/\/www.germ.uni-tuebingen.de\/abteilungen\/neuere-deutsche-literatur\/tuebinger-poetik-dozentur.html\">T\u00fcbinger Poetikdozentur<\/a> an der Uni in T\u00fcbingen. Dieses Jahr ist sie aber f\u00fcr mich besonders spannend, denn Hans Magnus Enzensberger h\u00e4lt dort die Gastvortr\u00e4ge &#8211; teilweise alleine, teilweise zusammen mit Dirk von Petersdorff.<br \/>\nGestern war er aber schon einmal in der <a href=\"http:\/\/www.kunst.wuerth.com\/web\/de\/kunsthalle_wuerth\/index.php\">Kunsthalle W\u00fcrth in Schw\u00e4bisch Hall<\/a> und hat aus seinem neuen Buch &#8222;<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Blauw%C3%A4rts-Ein-Ausflug-zu-dritt\/dp\/3518423460\">Blauw\u00e4rts. Ein Ausflug zu dritt<\/a>&#8222;, das er in Kooperation mit Jan Peter Tripp und desssen Frau Justine Landat erstellt hat, einige Ausz\u00fcge vorgelesen und anschlie\u00dfend nat\u00fcrlich einige B\u00fccher signiert.<br \/>\nLaut eigener Aussage wollte er nicht schon wieder einen neuen Gedichtband herausbringen, sondern etwas schaffen, das nur in einem Buch m\u00f6glich sei. Und so ist zwar doch ein Gedichtband dabei herausgekommen, jedoch mit Illustrationen, Designs und Fotografien seiner Mitautoren. Diese bildichen Untermalungen kann man nicht vorlesen und muss daher das Buch kaufen, um sich ein Gesamtbild machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei zwei Gedichten musste ich dabei &#8211; um es etwas geschwollen auszudr\u00fccken &#8211; schmunzeln:<\/p>\n<ol>\n<li>&#8222;<span style=\"color: #993300;\">Der ernste Schl\u00e4fer<\/span>&#8220; (S. 80f)<\/li>\n<li>&#8222;<span style=\"color: #339966;\">Optionen&#8220; (S. 82)<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #993300;\">Witzig war vor allem, wie er den letzten Vers des ersten Gedichts vorgelesen hat: &#8222;Er meint es ernst.&#8220;<br \/>\nErstens ist dieser Vers entgegen allen anderen waagrecht auf die Seite gedruckt, was ihn schon optisch herausstechen l\u00e4sst, aber auch zugleich andeutet, dass er nicht so recht zu den anderen Versen passt. Zweitens hat ihn Enzensberger mit einem Tonfall vorgelesen, der einem bockigen Kind \u00e4hnlich war und man konnte sich dabei richtig vorstellen, wie es auf den Boden stampft, weil es nicht bekommt, was es will und dabei sagt: &#8222;Ich meine es ernst.&#8220; Zudem noch die \u00dcberschrift eines &#8222;ernsten Schl\u00e4fers&#8220;: Wer bitte schl\u00e4ft denn ernst? Vielleicht der, der meint, es sei ihm ernst, aber der tats\u00e4chlich alles verschl\u00e4ft? Das passende Bild dazu ist \u00fcbrigens ein toter Siebenschl\u00e4fer.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #339966;\">Das zweite Gedicht hat als Bild ein Frauenportrait &#8211; im Gegensatz zum ersten geht es hier also nicht um einen &#8222;Er&#8220;, sondern um eine &#8222;Sie&#8220; &#8211; und ich lese es in Kurzform so, dass wir Frauen &#8222;die Kirche im Dorf&#8220; lassen sollten. Manche Dinge sind einfach zu unwichtig, als dass man sich \u00fcber sie aufregen m\u00fcsste &#8211; man hat mehrere &#8222;Optionen&#8220; wie man sich verhalten kann. Eine angenehme und entspannte Option ist dabei sicherlich, dass man den unwichtigen Dingen, die einen nerven, genau die Aufmerksamkeit schenkt, die sie verdienen: N\u00e4mlich keine.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diese zwei Gedichte folgt \u00fcbrigens &#8222;Die Reinkarnation&#8220; und dann &#8222;Eine m\u00fcrrische Unterhaltung&#8220;. Auch wenn Enzensberger sich alle M\u00fche gegeben hat, den Anschein zu erwecken, das Buch sei etwas unzusammenh\u00e4ngend zusammengew\u00fcrfelt worden, so ist unverkennbar, dass die Anordnung doch wie immer Sinn macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt also ein wirklich sch\u00f6n gemachtes Buch, das man nicht nur an Lyrikbegeisterte verschenken kann &#8211; so viel zur Schleichwerbung ;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute startet wieder die T\u00fcbinger Poetikdozentur an der Uni in T\u00fcbingen. Dieses Jahr ist sie aber f\u00fcr mich besonders spannend, denn Hans Magnus Enzensberger h\u00e4lt dort die Gastvortr\u00e4ge &#8211; teilweise alleine, teilweise zusammen mit Dirk von Petersdorff. 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