{"id":2810,"date":"2013-06-19T22:02:42","date_gmt":"2013-06-19T20:02:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cordulamaier.de\/?p=2810"},"modified":"2015-10-12T13:44:20","modified_gmt":"2015-10-12T11:44:20","slug":"patrick-suskind-die-geschichte-von-herrn-sommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cordulamaier.de\/?p=2810","title":{"rendered":"Patrick S\u00fcskind: Die Geschichte von Herrn Sommer"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: justify;\">Neue Serie<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Patrick S\u00fcskinds Novelle &#8222;Die Geschichte von Herrn Sommer&#8220; (1991) starte ich hiermit eine neue Serie auf diesem Blog &#8211; zu finden unter der Kategorie &#8222;B\u00fccher&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Doktorandenkolloquium hat sich ein kleiner Lesezirkel aus ein paar Leuten gebildet, in dem jeden Monat ein Buch gelesen wird, um es danach bei einem gem\u00fctlichen Essen an einem beliebigen Ort zu besprechen. In meiner Studientzeit war ich es gewohnt, \u00fcber die B\u00fccher, die ich gelesen habe, ausf\u00fchrlich zu debattieren und seit meiner Studienzeit merke ich, dass mir das seitdem fehlt, da eigentlich kaum einer freiwillig gerne solche B\u00fccher liest, wie ich sie im Studium gelesen habe. Ich finde aber gerade solche B\u00fccher spannend! B\u00fccher, \u00fcber die man diskutieren will, wo nicht alles sofort klar ist und die zwar gerne einfach geschrieben sein d\u00fcrfen, aber deren Inhalt nicht einfach sein soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Treffen diesen Monat findet bald statt und ich bin schon sehr gespannt darauf. Vor allem finde ich den Rahmen toll! Wer will schon in einem kahlen Raum sitzen und trocken B\u00fccher diskutieren? Da ist ein gemeinsames Essen doch viel gem\u00fctlicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die B\u00fccher, die wir lesen werden, werde ich hier also ebenfalls besprechen &#8211; erst meine Meinung und dann, was bei unserem Treffen herausgekommen ist.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Nun zum Buch:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/SuesskindSommer01.JPG\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2809\" title=\"SuesskindSommer01\" src=\"https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/SuesskindSommer01-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/SuesskindSommer01-179x300.jpg 179w, https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/SuesskindSommer01.JPG 539w\" sizes=\"(max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Novelle hat erst einmal einen sehr angenehmen, einfachen Schreibstil. Der Ich-Erz\u00e4hler ist ein Mann um die Vierzig, der sich an seine Jugend erinnert und, dass bei all seinen Erlebnissen ein gewisser &#8222;Herr Sommer&#8220; irgendwie dabei war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Herr Sommer hatte immer einen Stock dabei und war immer in Bewegung. Der Junge erlebt verschiedene, abwechslungsreiche Dinge und die einzige Konstante ist Herr Sommer, den er dabei h\u00e4ufig vor\u00fcberrennen sieht. Die Leute im Dorf glauben, er leide an Klaustrophobie und m\u00fcsse daher immer drau\u00dfen sein und herumrennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende geht Herr Sommer in einen See und stirbt dann vermutlich &#8211; gesagt wird es so genau nicht. Der Junge sieht es jedenfalls und unternimmt aber nichts, weil er sich an eine Szene mit Herrn Sommer erinnert, in der dieser wutentbrannt geschrien hat, dass man ihn endlich in Ruhe lassen solle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Passage ist hierbei ganz interessant:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Junge sieht Herr Sommer wieder vorbeirennen uns meint dann:<br \/>\n&#8222;(&#8230;) hatte ich doch soeben einen Mann [Herr Sommer] gesehen, der sein Leben lang auf der Flucht war vor dem Tod.&#8220; (S. 106) [Anmerkung von mir]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und auf der n\u00e4chsten Seite findet man daraufhin Folgendes:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;(&#8230;) sagten wir zum Spa\u00df: &#8218;Schau, da geht Herr Sommer &#8211; er wird sich den Tod holen!'&#8220; (S.107)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ende spricht eher daf\u00fcr, dass er vielleicht tats\u00e4chlich den Tod gesucht hat. Ganz ausgereift ist meine Deutung hierbei jedoch noch nicht.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Eine kleine Kostprobe:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Kurze Hinf\u00fchrung von mir:<\/span> Der Junge freut sich dar\u00fcber, dass seine Angebetete, die von dem Angebetet-Sein \u00fcbrigens nichts wei\u00df, an einem Montag mit ihm in sein Dorf laufen will, da sie dort jemanden besuchen m\u00f6chte. Er plant das ganze Wochenende \u00fcber die perfekte Route, um ihr alles M\u00f6gliche zeigen zu k\u00f6nnen. Am Montag f\u00e4llt ihm dann auf, dass der Tag wundersch\u00f6n ist und die Sonne scheint und ihm f\u00e4llt urpl\u00f6tzlich ein, dass seine ganze Route umsonst gewesen w\u00e4re, wenn es geregnet h\u00e4tte und er doch tats\u00e4chlich so leichtsinnig war, sich aufs Wetter zu verlassen. Er spielt daher Szenarien durch, was gewesen w\u00e4re, wenn es geregnet h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Mit Wonne \u00fcberlie\u00df ich mich diesen Katastrophenphantasien, sie verschafften mir s\u00fc\u00dfe, weil \u00fcberfl\u00fcssige Sorgen und bescherten mir ein nahezu triumphales Gl\u00fccksgef\u00fchl: Nicht nur hatte ich mich keinen Deut um das Wetter gek\u00fcmmert &#8211; nein, das Wetter pers\u00f6nlich k\u00fcmmerte sich um <em>mich<\/em>!&#8220; (S. 58)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Serie Mit Patrick S\u00fcskinds Novelle &#8222;Die Geschichte von Herrn Sommer&#8220; (1991) starte ich hiermit eine neue Serie auf diesem Blog &#8211; zu finden unter der Kategorie &#8222;B\u00fccher&#8220;. 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