{"id":2582,"date":"2013-01-29T07:25:43","date_gmt":"2013-01-29T06:25:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cordulamaier.de\/?p=2582"},"modified":"2013-02-11T18:59:37","modified_gmt":"2013-02-11T17:59:37","slug":"philosophie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cordulamaier.de\/?p=2582","title":{"rendered":"Philosophie"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #008000;\">Der Philosoph ohne Regenschirm<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Es ist nicht alles sch\u00f6n auf dieser wundersch\u00f6nen Welt.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Novemberst\u00fcrme gibt es auch im Monat Mai.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Beschimpfe nicht den Regen, der auf dich niederf\u00e4llt,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> bedenke: Der meiste Regen f\u00e4llt an dir vorbei.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> (Fred Endrikat)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Gedicht habe ich heute morgen in der Bahn gelesen und mich sofort gefragt, was es bedeutet. Philosophen versuchen seit jeher den Dingen auf dem Grund zu gehen und so hat das Gedicht vermutlich schon einen Teil seiner Aufgabe erf\u00fcllt, wenn es &#8211; zumindest die philosophisch denkenden &#8211; Menschen zum Nachdenken anregt.<br \/>\nDieses Mal schreibe ich meinen Artikel etwas anders und unterbreche ihn.an dieser Stelle. Denkt erst einmal selbst \u00fcber dieses Gedicht nach. Heute Abend kommt dann meine Deutung.<\/p>\n<p>Und hier ist sie schon&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<div id=\"attachment_2376\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Streit01.JPG\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2376\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-2376 \" title=\"Glas\" src=\"https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Streit01-282x300.jpg\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Streit01-282x300.jpg 282w, https:\/\/www.cordulamaier.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Streit01.JPG 846w\" sizes=\"(max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2376\" class=\"wp-caption-text\">Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Dieses Beispiel hat seit jeher bei gesellschaftlichen Anl\u00e4ssen zu Diskussionen dar\u00fcber gef\u00fchrt, ob man ein positiv denkender oder ein negativ denkender Mensch ist - also eher ein Optimist, oder ein Pessimist. Wichtig: Nur, wer beide Meinungen nebeneinander gelten lassen kann, ist ein Realist!<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Philosoph wei\u00df, dass nicht alles wundersch\u00f6n und toll ist. Dennoch beklagt er seine Situation nicht, denn wenn es regnet, kann man wenig machen, au\u00dfer einen Regenschirm mitzunehmen oder eben den Blickwinkel zu \u00e4ndern. (Das mit dem Blickwinkel ist \u00fcbrigens eine der wichtigsten Vorgehensweisen, die man machen kann.) Die \u00c4nderung des Blickwinkels er\u00f6ffnet folgende \u00dcberlegung: Der meiste Regen, so hei\u00dft es in dem Gedicht, fiele an dem Philosophen vorbei und durch diese Erkenntnis, ist es f\u00fcr ihn auch nicht schlimm, dass er ein &#8222;Philosoph ohne Regenschrim&#8220; ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Philosophen haben meist eine andere Sicht auf die Dinge als &#8222;normale&#8220; Menschen und sehen dadurch aber auch h\u00e4ufig mehr. Wenn dem Philosophen klar ist, dass nicht der Regen ihm B\u00f6ses will, sondern er n\u00e4chstes Mal besser einen Regenschirm mitnehmen sollte, dann ist er auch in der Lage, den Regen so anzunehmen wie er nun einmal ist: Keine gemeine Verschw\u00f6rungstheorie des Himmels, sondern einfach ein Naturschauspiel. Und dann wird ihm klar, dass es \u00fcberall um ihn herum regnet und in Wirklichkeit nur ein kleiner Teil des vielen Regens ihn trifft. Und diese Erkenntnis kann gl\u00fccklich machen. Andere Menschen werden es dann vielleicht zwar seltsam finden, wenn der Philosoph fr\u00f6hlich und gl\u00fccklich durch den Regen l\u00e4uft, aber alle anderen, die, wie der Philosoph, auch keinen Regenschirm dabei hatten, werden auch na\u00df. Der Unterschied zwischen diesen Menschen und den Philosophen ist nur, dass der Philosoph na\u00df und aber gl\u00fccklich ist und die anderen na\u00df und traurig oder ver\u00e4rgert sind. Die abschlie\u00dfende Frage ist nat\u00fcrlich daher eine rhetorische: Wenn schon etwas nicht so l\u00e4uft, wie wir es uns vorstellen, m\u00fcssen wir denn dann dabei zu allem \u00dcberfluss auch noch ungl\u00fccklich, traurig oder ver\u00e4rgert sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Machen wir es doch lieber wie die Philosophen und sehen die Welt auch einmal von einem andern Blickwinkel aus &#8211; von einem, der uns weiter bringt und uns in die Lage versetzt unserem Ziel, gl\u00fccklich zu sein, ein bisschen n\u00e4her zu kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Philosoph ohne Regenschirm Es ist nicht alles sch\u00f6n auf dieser wundersch\u00f6nen Welt. Novemberst\u00fcrme gibt es auch im Monat Mai. Beschimpfe nicht den Regen, der auf dich niederf\u00e4llt, bedenke: Der meiste Regen f\u00e4llt an dir vorbei. (Fred Endrikat) Dieses Gedicht habe ich heute morgen in der Bahn gelesen und mich sofort gefragt, was es bedeutet. 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