U-Bahn Gespräche

Manchmal trifft man ja in der U-Bahn allerhand interessante Gestalten. Letztens habe ich eine Art Monolog gefunden, den ich aufgeschrieben habe. Er ist vom Dezember 2008 von einem betrunkenen älteren Mann, der viel in seinem Leben erlebt haben muss und wohl geistig nicht mehr ganz auf der Höhe war, da er Selbstgespräche geführt hat – diese waren jedoch gar nicht so uninteressant. Deshalb dachte ich, dass wenn ich den Monolog schon einmal aufgeschrieben habe, ihn genauso gut zur Diskussion stellen kann. Der Einfachheit halber nenne ich den Mann mal Manni.

 

Endhaltestelle.

Kann der mal endlich heizen, mir isch immer noch kalt – obwohl i scho drei Pulis und ne Bomberjacke anhab.
Kann der mal losfahren?

Bahn fährt los.

Ah, kann der also doch losfahren.

Haltestelle.

Ja und jetzt fährt er glei wieder los. Warten kan der au net. Die seh’n des doch, wenn jemand her rennt.

Haltestelle mit dem Namen „Himmelsleiter“.

Ja, da bin ich froh, dass es die gibt. Wenn ich mal g’nug hab von der Mutter Erde. Alles kommt bei mir immer zusammen – immer gleichzeitig: Magenoperation, Fußoperation – alles auf einmal.
Vielleicht erschießt mich mal jemand wie’n Kennedy vom Haus oben. Hoffentlich verfehlt er. Oder vielleicht trifft er doch ins Schwarze? Wenn es mal richtig eng wird, geh‘ ich ind Politik. Da hätt ich kein Problem mit. Des mach ich. Wenn die Arschlöcher meinen mit 58 Jahren isch man zu alt zum Arbeiten. Ich hab schließelich au meinen LKW-Führerschein g’schafft und bin unfallfrei g’fahra.

Danke Anke. Woher kommt denn immer die Anke? Warum fällt mir die die ganze Zeit ein? Vielleicht war se ja mal so ne Mieze, die ich kannt hab – nee, eher net, an die könnt ich mich dann noch erinnern.

Verdammt! Kann der au mal stehen bleiben? Immer muss ich erst fluchen, bis was klappt.
Überall reißen sie alles ab.

Passant fragt mich wo es zu den S-Bahnen geht. Manni sitzt genau unter der Anzeigetafel.

Ich: Am besten zum Hauptbahnhof.

Passant: Die Bahn fährt doch gar nicht über’n Hauptbahnhof.

Manni: Ja kannst du denn nicht lesen? Da steht es doch: HAUPTBAHN- HOF! Mann oh mann…

Passant: Nee, das ist zu weit. Dort, wo die Lichter sind.

Ich: Zum Weihnachtsmarkt? Dann müssen Sie am Schlossplatz aussteigen.

Passant: Nee, da auch nicht. Ich glaub…

Er steigt aus.

Manni und ich lächeln uns an.

Manni: Der weiß au net, was er will – weiß net mal, wo der Hauptbahnhof ist.

Durchsage U-Bahn: Bitte in Fahrtrichtung links aussteigen.

Ja links oder rechts?

Vor der nächsten Haltestelle.

Manni: Der bremst jeden Moment und dann gibt er wieder Vollgas – der muss doch wissen, dass da ne Haltestelle ist.
Leben und sterben lassen: War ein James Bond. Die Bücher hab ich noch im Keller.
Die geben mir Medikamente, die mich umbringen.

Ich: Was wäre, wenn Sie die Medikamente nicht  nehmen würden?

Dann wäre ich gesund.

Und wogegen sind die Medikamente?

Die bringen mich um. Ich hab bloß ne Nebenhöhlenvereiterung. Gegen die sind die Tabletten.

Zeigt mir eine Schachtel.

Meine Frau ist auch schon gestorben. Die tut mir leid. Die war geistig verwirrt. Die hat lauter verrückte Dinge erzählt, z.B., dass ihre Mutter zwei Hoden hat, aber des geht ja gar net. (lacht)
Die ham se eingeliefert. Mir ham se au gesagt, ich sei krank.

Was haben Sie denn?

Ich bin angeblich schizophren.

Dann kam seine Haltestelle, wir haben uns freundlich verabschiedet und er ist ausgestiegen. „Manni“ bleibt für mich ein netter Mann mit einer leider sehr traurigen Geschichte.

Freilichtspiele Hochzeit

Wer im Sommer in der Kirche St. Michael in Schwäbisch Hall heiraten will, der wird meistens etwas von dem Freilichtspiel-Betrieb gestört. Die Kirche ist zugestellt mit Kulissen, auf dem Marktplatz stehen viele Stühle und die Treppe an sich ist zum größten Teil abgesperrt – so das normale Bild der Kirche St. Michael in den Sommermonaten.

Das Hochzeitspaar, das gestern dort geheiratet hat, hatte jedoch keines von diesen Problemen. Ihnen kann man wirklich zu einer glücklichen Verbindung gratulieren – nicht nur einer zwischen Mann und Frau, sondern auch einer zwischen einer Hochzeit und den Freilichtspielen. Die Kulisse dieses Jahr für das Stück „Im weißen Rössl“ unterstreicht die Hochzeitsfeier geradezu. Welchem Brautpaar hätte man genehmigt, ein riesengroßes Lebkuchenherz zu Dekorationszwecken vor den Eingang der Kirche zu stellen? Aber die Freilichtspiele dürfen so etwas und davon können dieses Jahr zumindest die Brautpaare, die sich für die Kirche St. Michael entschieden haben, profitieren. Sie dürfen nur keine Angst davor haben, dass sich auf den Sitzplätzen auf dem Marktplatz plötzlich eine riesige Anzahl Menschen zusammenfindet, um das Ganze mit dem Foto festzuhalten.

Hier nun also ein paar Bilder vom Brautpaar und dem Lebkuchenherz der Freilichtspiele:

Ich wünsche dem Brautpaar natürlich alles Gute für den gemeinsamen Lebensweg und möchte auch noch einmal dazu gratulieren, dass sie es geschafft haben, ihre Hochzeit so perfekt zu planen!

Sea Life Konstanz

Eine der Vorzüge als Lehrer ist es, dass man gegen Sommerpause auf Klassenfahrt darf.

Meine Klasse hat sich das Sea Life in Konstanz als Ausflugsziel ausgesucht. Leider braucht man mit dem Zug ganze drei Stunden, um dort anzukommen und das Baden-Württemberg-Ticket funktioniert erst ab 9 Uhr – man ist also erst etwa um 1 Uhr in Konstanz. Dennoch hat sich der Ausflug gelohnt! Konstanz ist einfach wunderschön – vor allem, wenn man dort auch noch liebe Freunde treffen kann.

Das Sea Life ist auch wirklich einen Besuch wert, wobei jedoch kleinere Kinder vermutlich am meisten Freude daran haben werden. Ich würde es auf jeden Fall jeder Schulklasse empfehlen, denn da ist auch der Eintritt preislich in Ordnung. Ansonsten auf jeden Fall online reservieren, dann ist es häufig noch einmal billiger, als wenn man die Karten vor Ort kaufen würde.

 

Diese - vermutlich unter Schwarzlicht - leuchtenden Quallen kommen angeblich in jedem Meer vor und sind völlig ungefährlich. Man könnte sie also streicheln - das hätte ich auch am liebsten gemacht, ging aber leider nicht ;) Der englische Name war einprägsamer: Moonjelly, da sie oben auf dem Schirm mondkraterähnliche Kreise haben.

Quallen sind einfach faszinierend. In Konstanz gibt es wohl manchmal Quallensalat. Zu 98% isst man dabei Wasser, 1% Enzyme und 1% Eiweiß - so die Zusammensetzung von Quallen.

 

Seeanemonen.

Ein Fisch, der aussieht, wie ein eingefärbtes Wassereis - das war zumindest meine erste Assoziation.

Im Berührungsbecken konnte man Seesterne streicheln und Krabben auf die Hand nehmen. Bei den Seesternen wusste ich bisher noch nicht, dass sie ihre Augen an den Armenden haben - Streicheln sollte man sie daher nur in der mittleren Region, sonst fasst man ihnen ins Auge. Dieser rote Seestern war übrigens samtig weich.

Ein Rochen, der von unten aussieht, wie ein kleines Spukgespenst :)

Seepferdchen. Hier hat mich die Fortbewegung fasziniert. Sie schlagen mit ihren Flossen so um ihren Rücken, dass es aussieht, als ob sie auf dem Rücken einen kleinen Propeller montiert hätten, der sie vorwärts bewegt. Die Seepferdchen mit den kleinen Bäuchen fand ich auf jeden Fall süßer als die, die eher aussehen wie eine Wasserschlange.

Ein tolles Hightlight - oder auch Hailight ;) Das ist das "Rote Meer Becken", das man durch einen Tunnel und verschiedene Glasfenster an den Seiten bestaunen kann. Darin gibt es viele Haie und auch Meeresschildkröten, die jedoch mit meinem Foto durch die Dunkelheit nicht wirklich gut sichtbar waren.

Hier noch einmal mit Hai und hinten im Licht mit Meeresschildkröte.