[Top 10] Romane

Dieser Artikel wartet schon seit Monaten auf seine Veröffentlichung – heute schien mir irgendwie der richtige Zeitpunkt zu sein :).

Ich finde es immer ganz spannend zu erfahren welche Bücher andere lesen. Man findet so nicht nur das ein oder andere passende Büchergeschenk ;) , sondern erfährt auch allgemein etwas über die Interessen der Person. Außerdem ist es vor allem rückblickend interessant zu sehen, welche Bücher man gerne mochte und ob man sie noch gerne mag.

Kurz noch etwas dazu wie ich zu den Büchern im Allgemeinen kam: Einige bekam ich geschenkt, manche habe ich mir aufgrund Amazon-Rezensionen herausgesucht, andere einfach nach Cover (ist das Cover nicht schön, habe ich meistens auch wenig Lust mich in das Buch hineinzulesen) und nach Klappentext und wieder andere musste ich im Zuge meines Studiums lesen, habe sie aber trotz des Zeitdrucks, unter dem ich sie gelesen habe, lieb gewonnen.

Daher also hier meine 10 liebsten Bücher aus dem Bereich „Romane“:

Nun also eine kurze Buchbesprechung in drei Sätzen (Relativsätze erlaubt ;)) in alphabetischer Reihenfolge nach Autor geordnet:

1.) Douglas Adams: „Die Letzten ihrer Art“
Ein genauso amüsanter Schreibstil, jedoch hier mit realem und auch tiefgehend beschriebenem Thema. Hier werden die Kuriositäten der Tierwelt auf das Lustigste beschrieben. Dabei lernt man auch noch etwas über Madagaskar, Neuseeland und vielen anderen exotischen Orten der Welt.

2.) Douglas Adams: „Per Anhalter durch die Galaxis“
Ein Klassiker, den man meiner Meinung nach einfach gelesen haben muss. Sehr lustig geschrieben mit interessanten Denkansätzen. Wer die Geschichte um die Zahl 42 nicht kennt, hat einfach etwas verpasst ;)

3.) Jennifer Donnelly: „Die Teerose“
Eine Geschichte über den Tee, erzählt aus der Perspektive einer jungen Frau namens Fiona, die ihr Leben in den Docks von London zur Zeit von Jack the Ripper (also auch um die Jahrhundertwende) begann und dort auch ihre große Liebe Joe kennen lernte. Durch verschiedene kriminelle Machenschaften anderer, sieht sie sich gezwungen nach Amerika auszureißen, gründet dort eine sehr erfolgreiche und marktführende Teefirma, erlebt so manches Abenteuer, heiratet mehr aus Freundschaft als aus Liebe und wird zu einer sehr erfolgreichen Geschäftsfrau. Parallel zu Fionas Geschichte wird die von Joe erzählt, der ebenso viele Schicksalsschläge hat durchmachen müssen, aber ebenfalls durch viel Einfallsreichtum und Arbeit erfolgreich geworden ist und Jahre später, als Fiona wieder zurück nach London kommt, um den Mord an ihrem Vater zu rächen, treffen sie sich nach einigen Verstrickungen wieder. So toll geschrieben und die Figuren so detailreich gestaltet, dass ich mich bisher nicht getraut habe den zweiten Teil zu lesen, in der die Geschichte von Fionas Bruder, der in den Docks verschollen war und ihr dann doch einmal das Leben gerettet hat, ohne seine wahre Identität zu verraten, weiter erzählt wird.

4.) Gustav Freytag: „Soll und Haben“
Hier ausnahmsweise mal eine Geschichte aus der Sicht eines Jungen – in diese finde ich mich meist schwerer hinein. Die Sprache mit der dieses Buch geschrieben ist, ist wirklich wahnsinnig schön und so ist es als eine Art Abenteuererzählung eines Jungens, der sich auf dem Weg befindet Kaufmann zu werden, meiner Meinung nach das ideale Buch für laue Sommernächte. Auch bildungtechnisch hat dieser Bildungsroman natürlich etwas zu bieten und so erfährt man beispielsweise ähnlich wie im „Kaufmann von Venedig“ einiges über die Zunft der Kaufleute und die vorurteilsbehaftete Rolle, die meist den Juden zugewiesen wurde.

5.) Cornelia Funke: „Tintenherz“
Jeder Mensch, der Bücher liebt, wird auch dieses Buch lieben. Natürlich ist es in erster Linie ein Kinderbuch und die Handlung dementsprechend manchmal etwas schwarz-weiß, jedoch die Liebe zu Büchern, die dieses Buch vermittelt, fasst einmal richtig in Worte, was Bücherliebhaber so vielleicht bisher nicht ausdrücken konnten. Mit diesem Buch lernt man Bücher noch mehr lieben, auch wenn es am Ende etwas schade ist, dass die Handlung darauf verweist, dass es noch einen zweiten und dritten Band gibt, die ich übrigens zwar besitze, aber noch nicht gelesen habe.

6.) Arthur Golden: „Die Geisha“
Die japanische Kultur hat mich schon immer interessiert – gerade, weil sie so anders ist wie unsere. Das Schicksal einer Frau wird beginnend von ihren Kinderjahren in Japan bis zu ihrem Leben als Mutter eines Sohnes in Amerika erzählt. Dabei lernt man sowohl einige interessante Details über Japan sowie über die Ausbildung als Geisha als auch über den zweiten Weltkrieg und seine Bedeutung für die Tradition der Geishas kennen.

7.) Charlotte Link: „Schattenspiel“
Während eines Treffens einiger Personen in einem Hotel, die zu ihrer Internatszeit befreundet waren, geschieht ein Mord. Die einzelnen Schicksale der  Protagonisten werden in Rückblicken erzählt, um festzustellen, dass eigentlich jeder ein Motiv gehabt hätte, den Mord zu begehen. Spannend geschrieben und wie immer finde ich es interessant, wenn man in verschiedene Leben Einblicke erhält und so den Personen die Chance gegeben wird, einen recht genauen Charakter auszubilden – das meiner Meinung nach beste Buch von Charlotte Link.

8.) Kate Morton: „Der verborgene Garten“
Wenn man die ersten 100 Seiten überwunden hat, ist es wirklich spannend und das perfekte Buch für den Herbst und gewittrige Abendstunden. Anfänglich zwar vorhersehbar, wenn man den Klappentext gelesen hat und auch sonst weist es einige Ähnlichkeiten mit „der geheime Garten“ auf, was stellenweise etwas nervt. Sind die Passagen vorüber, ist es aber wahnsinnig spannend zu lesen; die verschiedenen Perspektiven, aus denen erzählt wird, lassen viele Erzählstrenge nebeneinander Platz haben; es entsteht ein klares Bild von London um die Jahrhundertwende und durch die in die Handlung verwobenen Märchen entsteht ein roter Faden durch das gesamte Buch, das am Ende jedem Leser ein hoffnungsvolles Gefühl für die Zukunft vermittelt.

9.) Joanne K. Rowling: „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“
Ich habe (fast) alle Bände gelesen – einer war mir einfach zu lang ;) – und mag natürlich die Geschichte im Gesamten von Harry Potter. Geschichten aus Internaten und wie man sich idealerweise wünschen würde, wie es dort abläuft, habe ich schon als Kind gern gelesen. Harry Potter hat dann noch etwas Magie mit ins Spiel gebracht und schon hatte die Geschichte alles zum Thema, über was ich zu der Zeit – wenn überhaupt – gern gelesen habe. Ich selbst hätte von HP wohl erst viel später etwas erfahren und womöglich hätte ich dann aber sowieso die Verfilmung abgewartet – damals hatte ich es nicht so mit dem Bücher lesen – wenn nicht eine Freundin mir den ersten Band (und so viel ich weiß auch noch einige andere) geschenkt hätte. Das Besondere an diesem Band war, dass sie ihn mir direkt aus London mitgebracht hatte. Für mich hatte das Buch so schon für sich etwas Magisches, da es direkt aus der Stadt kam, in der die Geschichte spielt. So sind für mich bis heute echte Harry Potter Bücher nur wirklich stilecht, wenn sie im Taschenbuchformat sind und aus London kommen ;) Obwohl ich auch einige Bände gebunden in Deutsch besitze ;)

10.) Annemarie Selinko: „Désirée“
Ein historischer Roman in Tagebuchform zu Zeiten Napoleons aus der Sicht der zukünftigen Königin von Schweden, deren Mann Jean-Baptiste Bernadotte, ein General der französischen Armee, von dem Schwedenkönig später adoptiert wurde. Der heutige König von Schweden (das schwedische Königshaus trägt immer noch den Familiennamen Bernadotte) stammt also von jener  Désirée ab, aus deren Sicht die  Geschehnisse kurz vor Napoleons Machtübernahme bis später zu ihrer eigenen Herrschaft in Schweden geschildert wird. Durch Désirées Verbindung zu Napoleon (sie war wohl mit ihm verlobt) und besonders durch die Heirat mit Bernadotte erhält der Leser in die verschiedensten Bereiche Einblicke und – ob wahr oder nicht – wie diese Frau auf jeden einzelnen Einfluss genommen hat. [Das Buch habe ich damals in gebundener Version bei eBay gekauft, da ich es gebunden gelesen hatte und mit dem Inhalt meist auch die Verpackung verbinde]

So und jetzt würde mich natürlich interessieren:

Was sind eure „Top 10“ – Romane?

Motivationszitate

Mein Harenberg-Kalender überschlägt sich zur Zeit geradezu mit Motivationszitaten! Ich weiß auch nicht, was er mir damit sagen will ;)

Hier meine bisherigen Lieblinge:

Damit das Mögliche entsteht,
muss immer wieder
das Unmögliche versucht werden.

[Clemens Brentano]

Clemens Brentano (1778-1842) hatte einen Tag vor mir Geburtstag ;), war deutscher Schriftsteller und einer der Hauptvertreter der Heidelberger Romantik. Obwohl romantische Werke meist mit phantastischen Elementen versehen sind, scheint mir sein obiger Ausspruch sehr viel Logik zu enthalten – Romantik und Logik müssen sich ja schließlich auch nicht ausschließen.
Es ist nur eine logische Schlussfolgerung, dass man nur, indem man immer wieder das scheinbar Unmögliche versucht, es dann tatsächlich möglich werden lassen kann. Was also anfangs unmöglich erscheint, wird durch wiederholtes Versuchen, vielleicht doch irgendwann möglich.

Eventueller Fehler?
Im Internet wird das obige Zitat immer Hermann Hesse (1877-1962) zugeschrieben – er hat es wohl in einem Brief an Wilhelm Gundert verwendet. Es kann natürlich aber durchaus sein, dass es Hermann Hesse von Brentano hat, denn Brentano hat vor Hermann Hesse gelebt. Allerdings habe ich momentan leider nicht die Zeit zu suchen, von wem das Zitat ursprünglich stammt…. Weiß jemand etwas darüber?

Wo ein Begeisterter steht,
da ist der Gipfel der Welt.

[Joseph von Eichendorff]

Joseph von Eichendorff (1788-1857) war ebenfalls ein deutscher Schrifsteller und Vertreter der Romantik. Zu obigem Zitat will ich noch überflüssiger Weise anmerken, dass ich hier anstatt „Begeisterter“ immer erst „Bergsteiger“ lese ;) Beides gibt in dem Zusammenhang natürlich einen gewissen Sinn ;)
Betrachten wir aber nur das tatsächlich dargestellte Zitat :) Das Zitat meint meiner Meinung nach: Wenn man begeistert ist, kann man alles erreichen. Man muss also bei sich eine Begeisterung für die Sache hervorrufen. Das impliziert auch schon das Wort „begeistert“ – heißt es doch so viel wie „beseelt“ – also, dass man sozusagen von einem Geist der Motivation durchflutet wird. Um es noch mit einem anderen Sprichwort auszudrücken: „Begeisterung ist nicht alles, aber ohne Begeisterung ist alles nichts.“


Wenn man mit Flügeln geboren wird,
sollte man alles dazu tun,
sie zum Fliegen zu benutzen.

[Florence Nightingale]

Die Geschicte von Florence Nightingale (1820-1910) finde ich besonders spannend. Sie wird heutzutage häufig auf das Bild „Lady with the lamp“ reduziert, hat aber vielmehr zu Zeiten des Krimkriegs erstens den Beruf der Krankenschwester zu einem ehrbaren Beruf gemacht (bis zu der Zeit waren es meist Frauen, die mit den Soldaten mitreisten, die als Krankenschwestern galten – sie hatten keine spezielle Ausbildung zur Krankenschwester und waren eher Prostituierte oder Marketenderinnen). Zweitens war Florence Nightingale mathematisch überaus begabt und bewirkte mit ihren Kenntnissen in der Wahrscheinlichkeit und den von ihr angefertigten Statistiken (u.a., dass mehr Männer auf dem Krankenbett sterben, als bei einem Zweikampf in der Schlacht) dass man Krankenschwestern bewusst ausbildete und auf Hygiene achtete. Den Namen „Lady with the lamp“ erhielt sie, weil sie den ganzen Tag über die Versorgung der Kranken und Verwundeten organisierte und nur am Abend mit einer Lampe in der Hand die Patienten selbst besuchen konnte.
Das Zitat von ihr, übersetze ich wie folgt: Wenn man mit bestimmten Fähigkeiten ausgestattet worden ist, dann sollte man alles dazu tun, diese so weit zu entwickeln, dass man sie optimal nutzen kann. Ich glaube, sie meint damit alle Fähigkeiten, nicht nur die, von denen wir denken, dass wir sie gut können, sondern einfach alle Anlagen, die wir so mitbringen. Auch wenn es  anfangs vielleicht sehr schwer ist sie zu entwickeln – man sollte trotzdem alles daran setzen.

Und auch Melli und Michis Motivationskörbchen hält ein schönes Motivationszitat bereit:

Wenn wir alles tun, was in unseren Kräften steht,
dann tut Gott das Übrige
.
[Arnold Janssen]

Arnold Janssen (1837-1909) war ein deutscher Missionar, der laut Wikipedia von seinen Eltern „eine tiefe, ’naive‘ Religiosität“ übernommen hat. 1975 wurde er zunächst selig, 2003 dann heilig gesprochen. Der starke Glaube an Gott findet sich natürlich auch in dem Zitat und dennoch muss man nicht unbedingt an Gott glauben, oder religiös sein, um in dem Zitat eine allgemeine Lebensweisheit zu erkennen.
Frei übersetzt bedeutet es doch soviel: Wenn wir alles unternehmen was wir nur können und uns über die Maßen anstrengen – so weit wie unsere Kräfte es gerade noch zulassen – dann gelingt das was wir uns vorgenommen haben! Und meistens ist es doch tatsächlich so – zumindest können wir uns, wenn es entgegen jeder Erwartung doch nicht klappen sollte,  jedenfalls nicht vorwerfen, nicht alles Menschenmögliche versucht zu haben.

Kennt ihr noch schöne Motivationszitate? Immer her damit :)

Die Bahn kommt… aber wo?

Eigentlich hätte ich es aus Erfahrung besser wissen müssen, aber ich habe doch tatsächlich mal wieder geglaubt, dass es das Einfachste wäre, mit der Bahn nach Hause zu fahren.

Es war ein schöner Montagabend und ich war pünktlich an dem Gleis, an dem mein Zug abfahren sollte. Ich steige also in den Zug in dem Gleis ein… Es ist auf den Punkt genau 18.41 Uhr – die Zeit, zu der der Zug planmäßig abfahren sollte. Und genau um diese Zeit kommt in dem Zug, in dem ich sitze, eine Durchsage, die sinngemäß lautete: ‚Übrigens, der Zug hier ist gar nicht der Zug, den sie hier erwarten, sondern der hier fährt nach Aalen. Der ‚richtige‘ Zug steht im Abschnittt A-C‘.
Häh, wo ist jetzt wieder Abschnitt A-C? Ich steige also schnell aus dem Zug aus, bevor ich noch in Aalen lande und sehe gerade noch, wie mein Zug, der mich heimfahren sollte, den Bahnhof verlässt und erkenne, dass Abschnitt A-C eigentlich schon halb aus dem Bahnhof draußen ist. Na toll! Aber es wäre natürlich auch zu viel verlangt, wenn man irgendwo anschreiben würde, wo welcher Zug steht…

Ich schaue also, wann der nächste Zug fährt. Meine Züge fahren normalerweise stündlich. Aber es wäre ja nicht die Deutsche Bahn, wenn sie nicht auch da eine Überraschung auf Lager hätten. Also sehe ich auf dem Plan, dass ich genau bis 2 Minuten (vielleicht auch eine Minute und 57 SEkunden) vor 8 Uhr warten muss, bis der nächste Zug kommt. Dort steht, er fährt von Gleis 4, also gehe ich zu Gleis 4. Markus war dabei und hatte zum Glück sein HTC dabei, sodass wir immer wieder im Internet schauten, ob sich irgendwas ändert, sie den Zug auf ein anderes Gleis legen oder ähnliches… Wir warten also über eine Stunde an diesem Bahngleis 4. Schauen im Internet: Gleis 4. Als der Zug dann 8 Minuten bevor er los fahren sollte, immer noch nicht da ist, kommen uns schon so ein paar Zweifel. Warten wir noch kurz… Jetzt sind es nur noch 4 Minuten bis zu Abfahrt. So langsam könnte er schon mal kommen. Uns wird immer mulmiger zumute und so rennt Markus vor zur Anzeigetafel und da steht doch tatsächlich: Gleis 6.

Ach ja, es bleibt halt spannend bis zum Schluss. Wir rennen also los zu Gleis 6 – wenigstens ist es nicht allzu weit von Gleis 4 entfernt. Richtig fies wird es erst, wenn man auf Gleis 1 wartet und zu Gleis 16 muss!
Über eine Stunde sind wir also an Gleis 4 rumgesessen und es wäre natürlich auch wieder zu viel verlangt einen Bahnbeamten an das ursprünglich geplante Gleis zu schicken und mal zu schauen, ob da noch welche warten. Oder – das wäre aber auch schon wirklich im Bereich des Unmöglichen – einfach mal eine Durchsage zu machen und zu sagen:
Der ursprünglich auf Gleis 4 geplante Zug nach Nürnberg fährt heute von Gleis 6!
Naja und gut wäre natürlich auch, wenn diese Durchsage nicht erst dann kommt, wenn der Zug schon los fährt. Überdies verstehe ich sowieso nicht, warum man den Zug umlegen musste – Gleis 4 war frei! Warum also Gleis 6 nehmen?

Jedenfalls wurde ich wieder daran erinnert, warum ich nicht gerne Bahn fahre. Soviel Aufregung am Abend ist einfach nichts für mich.
Zudem war es die ganze Zeit laut, wegen den vielen Demonstranten mit ihren überflüssigen Klingeln und Glocken und anstatt, dass man hilft, die Bauarbeiten schnell über die Bühne zu bringen, zögert man alles noch hinaus.
Ich bin grundsätzlich eigentlich für Stuttgart 21 – in der Hoffnung, dass der Bahnhof organisierter wird und vor allem, dass er schöner und heller wird. Wollte man unbedingt das Gebäude erhalten, hätte man – finde ich – im Vorfeld dafür sorgen müssen, dass sich nicht überall riesige Banken ansiedeln, die den Bahnhof wie ein kleines Papphaus aussehen lassen. So wie er jetzt aussieht, wirkt er ja fast schon lächerlich. Ich freue mich auf den großen neuen Bahnhof – und das einzige Wahrzeichen: der Turm mit dem Mercedesstern, soll ja eh erhalten bleiben!
Mir gefällt der neue Bahnhof schon rein optisch besser und die ganzen Argumente bezüglich des Erhalts des Gebäudes finde ich lächerlich! Man wohnt ja heute auch nicht mehr in den Lehmhütten der Steinzeit! Ich finde, es darf nach so vielen Jahren auch mal was Neues her.
Das einzige – und da gehe ich mit den Stuttgart21 Gegnern konform – was mir auch Sorgen macht, ist, dass man anscheinend nicht genau weiß wie man Stuttgart untertunnelt. Sollten bei dem Versuch plötzlich ein paar Gebäude absinken oder ähnliches, weil man vielleicht auf irgenwelche unterirdischen Höhlen, Blasen oder Flüsse trifft, wäre das natürlich nicht im Interesse des Erfinders.

Ich jedenfalls hoffe, dass mit Stuttgart21 die Bahn in Stuttgart neu strukturiert wird, dass nicht zwei Züge auf einem Gleis stehen und nur einer der Züge angeschrieben ist und, dass nicht auf einmal ein Zug auf ein anderes Gleis gelegt wird, ohne, dass man Bescheid sagt und ich würde mich freuen, wenn man seine Zeit nicht mit Demonstrieren vergeuden würde oder indem man irgendwelche komischen Baumhäuser baut, sondern indem man sich fachkundig macht, herauszufinden versucht, wie man alles billiger, schneller und besser machen kann.
Steckt lieber eure Energie in den Fortschritt anstatt, dass ihr versucht ihn zu verhindern – kommen wird er sowieso, denn ein Leben ohne Fortschritt, ist ein stillstehendes Leben, also kein Leben, also der Tod – um es mal etwas überspitzt zu formulieren.

Ich kann nur einen Vergleich zu Schwäbisch Hall ziehen: Jahrelang hat man versucht die Westumgehung zu verhindern und hat Energie in die Verhinderung gesteckt. Jetzt wird sie doch gebaut – wie ich fnde, viele Jahre zu spät – aber besser spät als nie! Nur die Energie dagegen hätte man sich sparen können und lieber die Stadt Hall noch mehr modernisieren, wie es jetzt mit dem Kocherquartier versucht wird.