Mathematik an der Universität Stuttgart

Zwei Fächer zu studieren, die nach der nicht ganz vorurteilsfreien Meinung mancher nicht viel gemeinsam haben, gestaltet sich auch an der Universität Stuttgart manchmal schwierig, da die beiden Teile der Universität Stuttgart  ‘Vaihingen’ und ‘Stadtmitte’ eigentlich überhaupt nicht aufeinander abgestimmt sind, sodass es bei mir – besonders in den ersten Semestern, in denen noch vorgeschrieben wurde, welche Vorlesungen zu besuchen sind – nicht gerade selten zu großen Überschneidungen kam. Deshalb bin ich sehr oft zur S-Bahn gerannt und habe bis zu meiner Fototour nie die lustige Konstruktion oberhalb des S-Bahn-Eingangs bemerkt, weshalb ich sie hier gleich einmal abbilde, für alle, die während des Rennens eher selten nach oben schauen ;)

Der Campus in Vaihingen ist etwas spartanisch – zumindest wenn man das als Campus bezeichnet, was sich zwischen der S-Bahn und dem Mathegebäude befindet. Eigentlich ist es nur eine seltsamerweise hochgesetze Rasenfläche mit einigen kleinen Bauminseln. Im Sommer sitzen manchmal ein paar Leute auf der Bordkante dieser Ransenfläche. Generell fehlt der Uni Vaihingen irgendwie ein zentraler Platz oder Anlaufpunkt, an dem man auch mal anderen Studiengängen begegnet. In der Stadtmitte bildet dieser Anfangspunkt der Platz zwischen KI und KII, aber in Vaihingen gibt es zumindest keinen mir bekannten vergleichbaren Platz.

An die Rasenfläche angrenzend liegt dann auch die Unibibliothek. Hier ist es ganz praktisch zu wissen, dass man sich Bücher hochbestellen kann. Ist man sowieso des Öfteren in Vaihingen und braucht ein Buch, das man in der Stadtmitte im Freihandbereich suchen müsste, so kann man es sich nach Vaihinen liefern lassen und muss nicht ewig suchen. Umgekehrt geht es natürlich genauso. Zumindest was also die Bücherlieferungen angeht, ist es ganz praktisch an beiden Unis zu studieren.

Das Gebäude, in dem neben Physik und einem Stockwerk Biologie auch die Mathematik zu finden ist, hat mich anfangs etwas an ein Krankenhaus erinnert, einfach aus dem Grund, da jeder Gang gleich aussieht und in den langen Gängen alles etwas steril wirkte. Außerdem folgen die Aufzüge eindeutig keinem logischen Muster, sondern sind vielmehr – und das bis heute – ein großes ungelöstes Mysterium. Zudem kann es auf den ersten Blick manchmal etwas befremdlich wirken, wenn Leute durch die Gänge geistern und Formel vor sich hin murmeln. So viele ganz normale Mathematiker es auch gibt, es bleibt im Gedächtnis nunmal meistens das aus der Menge herausstechende haften und so fallen doch die einzelnen Fälle manchmal stärker auf, die das Klischee eines Mathematikers erfüllen. Es scheint daher auf den ersten Blick so, als ob Mathematikstudenten nur über mathematische Witze lachen könnten und als ob selbst Gespräche unter Freunden nur Mathematik zum Inhalt haben. Lernt man allerdings mehr Leute kennen, so merkt man schnell, dass auch Mathematiker ganz normale Menschen sind und das Klischee eher die Ausnahme bildet – dennoch steckt in jedem Klischee ein wahrer Kern und so gibt es natürlich den ein oder anderen, der das Klischee erfüllt.

Das Gebäude und das Verhalten in ihm verbinde ich heute übrigens nicht mehr mit einem Krankenhaus, sondern eher mit einem Ort, der nun einmal stark auf das Arbeiten ausgelegt ist, was für das Verstehen von Mathematik eindeutig notwendig ist. Ich würde sogar sagen, dass es die Mathematik eigentlich gar nicht mal schlecht repräsentiert. Von außen und damit oberflächlich betrachtet wirkt es sehr schlicht und puristisch – schaut man aber in die einzelnen Zimmer hinein, entdeckt man lauter kleine neue Welten, in denen der Phantasie und Vorstellungskraft keine Grenzen gesetzt sind. Die Mathematik befindet sich übrigens im 7. und im 8. Stockwerk. Der Aprilscherz die dortige 8 in ein Unendlich-Zeichen zu verwandeln, ist übrigens auf große Begeisterung gestoßen und so bleibt die 8 wohl noch eine Weile so liegen. Von den beiden Stockwerken aus hat man nach beiden Seiten einen wundervollen Ausblick – besonders aus den dortigen Büros. Wenn man den Weitblick und Überblick, den man von den beiden Stockwerken aus hat, auch in der Mathematik erlangt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Kommen wir zum “Kulinarischen” Teil. Die Mensa hat zwar wohl in der Vergangenheit einen Architekturpreis gewonnen, ist aber vor allem für Erstsemester nur eines: verwirrend! Die vielen Treppen in unterschiedlichen Winkeln und verschrobenen Aufgänge, die so eng sind, dass man keine Platzangst haben sollte, bieten ein recht skurilles Bild. Das Essen sollte vermutlich auf die einzelnen Gänge aufgeteilt sein, da aber niemand weiß wo es welches Essen gibt, geht jeder einfach den Gang hoch, den er möchte – vor allem auch deshalb, da es sich an dem Hauptgang, der hier die linke Tür darstellt und sich mittig befindet, fast immer zu Staus kommt, da doch viele Geschmäcker gleich sind und jeder dasselbe Essen will und so die anderen Essen eigentlich schon kalt werden, während die eine lange Schlange auf ein und dasselbe Essen wartet. Der einzige mehr oder weniger klare Aufgang, ist der ganz linke Gang, der insgesamt 4 (?) Aufgänge. Hier erwartet einen manchmal oben Pizza, was ann auch durch ein Blatt an der Aufgangstür angezeigt wird. Generell bedürfte die Mensa aber essenstechnisch einer Generalüberholung. Das Salatbuffett kann ich zumindest für den Sommer allerdings tatsächlich empfehlen – die Nudeltheke generell eher weniger.

Vom Mathegebäude her kommend, sieht die Mensa sowie die Cafeteria und die kleinere Mensa, die sich Restaurant nennt, dann so aus:

Wendet man den Blick auf diesem Wege nach links, so sieht man einen kleinen Teich. Dahinter befinden sich dann auch die Wohnheime. Der Teich ist insofern faszinierend, da man auch unerwartet viele Tiere zu sehen bekommt. So beispielsweise unter anderem diesen Graureiher oder jetzt auch kleine Blässhuhnküken im Schilf – also ein sehr friedvoller Ort.

Zu guter Letzt jetzt noch das Mathegebäude von Innen. Architektonisch auch anfangs etwas verwirrend – besonders da vom Boden und von der Decke bunte schiefe Säulen herabhängen. Dort finden sich dann auf den oberen beiden Plattformen Arbeitstische und das Rechenzentrum (RUS) und unten die Hörsäle.

Eines möchte ich noch anmerken: Natürlich ist das Dargestellte nicht die gesamte Uni in Vaihingen, sondern eben nur die Bereiche, in denen ich mich wirklich öfter aufgehalten habe und die sich somit in gewisser Weise bei mir verankert haben.

Das Herz Stuttgarts…

… ist natürlich der Schlossplatz!

Mit der Jubiläumssäule in der Mitte und den beiden großen Springbrunnen links und rechts von dieser sowie den vielen Wiesen, die immer neu mit Blumen ringsum bepflanzt werden, ist er ein beliebtes Erholungsziel von einem größeren Einkaufsmarathon – nicht zuletzt, da man hier viele Bänke zum Sitzen findet. Natürlich kann man sich auch direkt in die Wiese legen.

Der Schlossplatz liegt direkt an der Köngistraße – der Einkaufsstraße Stuttgarts.
Läuft man diese vom Hauptbahnhof aus nach oben – also Richtung C&A – dann befindet sich auf der rechten Seite der Königsbau. Im Königsbau befinden sich die Königsbaupassagen. Diese wiederum beherbergen unzählige Geschäfte – größere Ketten wie der Saturn, aber auch kleiner Boutiquen sowie einen recht flotten asiatischen Schnellimbiss. Auf der linken Seite der Königstraße befindet sich direkt gegenüber vom Königsbau – nur durch den Schlossplatz getrennt – das Neue Schloss. Auf der Höhe vom Wittwer (dieser befindet sich rechts) befindet sich ebenfalls auf der linken Seite, dann das Alte Schloss. Beide Schösser befinden sich also auf der gleichen Seite der Königstraße, sind aber durch eine Querstraße unterteilt, die meistens Busse und Taxis verwenden, um an die Königstraße heranzufahren.

Auf dem Weg zur WLB

Die einzige Route, bei der etwas Erholung dabei war, war der Weg vom Beginn der Köngistraße bis zur WLB. Für alle, denen die Abkürzung nicht geläufig ist: WLB = Württembergische Landesbibliothek.

Wenn die Anzahl der Bücher noch vertretbar war, habe ich die Bücherrückgabe oft mit einem Spaziergang durch den Park verbunden. Man kommt dabei am neuen Schloss vorbei – also an dessen Rückseite bzw. Seitenflügel (die Vorderseite zeigt auf den Schlossplatz).  Dort findet sich ein künstlich angelegter Teich sowie die Stuttgarter Staatsoper und der Landtag von Stuttgart. Da ich früh morgens unterwegs war, um Bilder zu machen, befand sich die Sonne leider direkt auf der Seite von Staatsoper und Landtag, sodass das Fotografieren kaum einen Sinn hatte. Anhand des Schattens, den die Bäume auf den unteren Bildern werfen, kann man erkennen, in welcher Richtung sich die beiden hier nun nicht abgebildeten Gebäude befinden ;)

Hier also die Bilder:

neues Schloss

Schon dieser kleine Park ist eine nette Abwechslung zur Hektik auf der Königstraße und auch eine sehr gute Abkürzung, wenn man sich nicht durch tausende von Menschen schlängeln will.

Außerdem ist es sehr interessant wieviel Natur eine im Prinzip künstlich erschaffene Natur beherbergt. Auf dem See finden sich Enten und Schwäne und noch viele andere Vögel, die ich nicht alle benennen kann. Manchmal sieht man sogar den ein oder anderen Hasen – noch auffallender wird diese Beobachtung vermutlich im angrenzenden Rosensteinpark zu machen sein, durch den ich aber leider bisher auch noch nicht durchgelaufen bin – zumindest vom Zug aus, weiß ich wie er aussieht ;)